Steve Farrar: Der Mann, der Männer herausfordert – Bücher, Biografie und Botschaft

Es gibt Bücher, die man liest und vergisst. Und es gibt Bücher, die man weitergibt. Steve Farrars Werke gehören zur zweiten Kategorie – als Geschenk für den Sohn, als Empfehlung an den besten Freund, als Pflichtlektüre im Männerkreis. Wer er war, warum er so viele Männer weltweit erreicht hat, und was seine Bücher bieten – darum geht es in diesem Artikel.

Wer war Steve Farrar?

Steve Farrar wurde 1949 geboren und wuchs in den USA auf. Er studierte an der California State University, absolvierte dann seinen Master of Divinity am Western Seminary in Portland, Oregon, und schloss schließlich seinen Doktortitel am renommierten Dallas Theological Seminary ab – einer der einflussreichsten theologischen Hochschulen der Welt im evangelikalen Bereich.

Nach seinem Studium wurde Farrar Pastor – und machte dabei eine Beobachtung, die ihn fortan nicht mehr losließ: Gottesfürchtige Männer kämpften um ihr geistliches Leben. Sie liebten Gott und wollten ihre Familien gut führen – aber sie wussten oft nicht wie. Sie hatten es nie vorgemacht bekommen. Das wurde zu Farrars Lebensthema.

1990 gründete er Men's Leadership Ministries, eine Organisation, die seither auf Hunderten von Konferenzen und Veranstaltungen für Männer tätig war – in den USA, aber auch international. Farrar sprach in mehr als 25 Ländern zu Männern, und seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen sie alle beim Daniel-Verlag in Lychen.

Für sein Hauptwerk Point Man (Zielstrebich) recherchierte er seine eigene Doktor-Dissertation: Er befragte mehr als 1.000 Männer mit mehr als 70 Fragen zu Themen wie Glaube, Familie, Ehe, Elternschaft und Karriere. Das Ergebnis war ein tiefes, datenfundiertes Verständnis davon, womit christliche Männer wirklich ringen – und was sie brauchen, um zu wachsen.

Steve Farrar und seine Frau Mary lebten mit ihren drei Kindern in der Nähe von Dallas, Texas. Im Februar 2022 starb Steve Farrar. Er gehörte zu den christlichen Autoren, über die man noch Jahre nach ihrem Tod sagen kann: Er hat Männer verändert.

Das zentrale Anliegen: Männer, die stark ins Ziel kommen

Der rote Faden durch Farrars gesamtes Werk lässt sich in einem Satz zusammenfassen, den er selbst immer wieder formuliert hat:

„Im Leben als Christ zählt nicht, wie man startet. Es kommt darauf an, wie man den Lauf vollendet."

Farrar hatte erkannt: Viele Männer beginnen gut. Begeisterter Glaube, ernste Nachfolge, feste Vorsätze. Aber über die Jahrzehnte – durch moralisches Versagen, Entmutigung, falsche Prioritäten, verlorene Familien oder eine schleichende theologische Verwässerung – bricht dieser Lauf ab. Seine Beobachtung, auf die er immer wieder verwies: Nur einer von zehn Männern, die mit Anfang zwanzig ernsthaft im Dienst für den Herrn beginnen, ist im Alter von 65 Jahren noch auf Kurs.

Das ist keine Anklage – das ist ein nüchterner Befund, der Farrar antrieb. Sein Werk ist die Antwort darauf: Wie kann ein Mann so leben, dass er stark abschließt?

Farrar schreibt dabei nie als distanzierter Theoretiker. Er schreibt als jemand, der selbst im Kampf steht, der Fehler kennt, der Scheitern aus der Kirchengeschichte und aus dem eigenen Umfeld kannte – und der trotzdem sagt: Es ist möglich. Gott macht es möglich.

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Zielstrebich – Mit Gott ins Ziel

Das Hauptwerk. Das Buch, das Farrar bekannt gemacht hat – und das im Original den Titel Finishing Strong trug, bevor es als „Zielstrebich" beim Daniel-Verlag erschien.

Der Ausgangspunkt ist hart: Zwei Prediger, die in den 1940er Jahren als die größten Talente ihrer Generation galten – darunter Chuck Templeton, ein enger Weggefährte von Billy Graham –, haben ihren Glauben im Laufe der Zeit aufgegeben. Auf der einen Seite Billy Graham, der bis ins hohe Alter treu blieb. Auf der anderen Seite Männer, die gut gestartet waren und trotzdem gescheitert sind. Was macht den Unterschied?

Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil benennt die drei großen Gefahren, die Männer zu Fall bringen – und zeigt, wie man ihnen entkommt. Der zweite Teil richtet den Blick auf die Gefahren auf dem Weg zu einem starken Ende und nimmt dazu konkrete biblische Persönlichkeiten unter die Lupe: Mose, David, Ussija, Hesekiel, Diotrephes. Diese Männer sind nicht einfach fromme Beispiele – sie sind Spiegel, in denen sich der Leser selbst erkennen kann. Der dritte und stärkste Teil stellt Prototypen eines starken Endes vor und macht dabei sogar Mut für die, die sich schon als Versager fühlen: Am Beispiel von König Manasse – einem der schlechtesten Könige Israels, der am Ende seines Lebens noch umkehrte – zeigt Farrar: Gott kann auch aus Scheitern noch etwas machen.

Am Ende des Buches findet sich ein 42-seitiger Studienleitfaden – ideal für den persönlichen Einsatz oder für Männergruppen.

Stimmen von Lesern machen deutlich, was dieses Buch bewirkt: „In den letzten zehn Jahren habe ich kein vergleichbares Buch gelesen, was mir so unter die Haut gegangen und mitten ins Herz gefahren ist." Ein anderer schreibt: „Ich habe dieses Buch schon mehrfach verschenkt und muss immer wieder ein neues kaufen."

Für wen: Jeden Mann, der ernsthaft fragt: Wie komme ich mit Gott ins Ziel? Besonders empfohlen ab 30 Jahren – aber auch für Jüngere sehr wertvoll.

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Unter Männern – Warum Söhne Väter brauchen

Der Originaltitel dieses Buches lautet King Me – ein Schachbegriff. Im Schach wird ein Bauer, der die andere Seite des Bretts erreicht hat, zum König gemacht. Der Bauer allein schafft das nicht. Er braucht jemanden, der ihn führt, bis er dort ankommt. Genau das ist das Bild, das Farrar für die Vater-Sohn-Beziehung verwendet.

Jeder Mann im damaligen Volk Israel hatte laut Farrar zwei von Gott verliehene Aufgaben: seine persönliche Beziehung zum Schöpfer – und die Aufgabe, im Leben seiner Söhne präsent zu sein und sie anzuleiten, damit sie selbst einmal Männer Gottes werden. Diese Aufgabe gilt heute noch genauso. Sie ist nicht aufgehoben worden.

Das Buch ist kein Erziehungsratgeber im klassischen Sinne. Farrar möchte nicht erklären, wie ein Sohn „ganz passabel gerät". Er untersucht die Väter-Söhne-Beziehung anhand der alttestamentlichen Könige – besonders David und Salomo, aber auch Rehabeam und weitere. Die Entscheidungen und Versäumnisse dieser Männer haben das Leben ihrer Söhne und ganzer Völker geprägt. Was lässt sich daraus für den modernen Vater lernen?

Farrar behandelt dabei Themen, die kein anderes Erziehungsbuch so direkt anspricht: Disziplin und Konsequenz, Freundschaft zwischen Vater und Sohn, der Umgang mit Sexualität und Reinheit, das bewusste Weitergeben von Glaubenswerten und das Vorbereiten des Sohnes auf das Erwachsensein. Er macht dabei deutlich: Ein Sohn braucht keinen perfekten Vater – aber er braucht einen präsenten, charakterstarken Vater.

Das Buch ist auch für Männer ohne Söhne wertvoll – wer die Prinzipien dahinter versteht, wird auch als Onkel, Pate, Jugendleiter oder Mentor davon profitieren.

Für wen: Väter von Söhnen – in jedem Alter. Besonders eindringlich für Väter von Teenagern und jungen Erwachsenen.

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Wie du dein Leben bis 30 vergeigst

Der Originaltitel heißt How to Ruin Your Life By 30 – und schon dieser Titel sagt alles darüber, wie Farrar schreibt: direkt, humorvoll, ohne Umwege, mit echtem Respekt für den Leser. Er nimmt die junge Generation nicht auf die Schippe. Er nimmt sie ernst.

Das Grundprinzip des Buches ist clever: Statt neun Ratschläge zu geben, wie man sein Leben gut gestaltet, dreht Farrar die Perspektive um. Er gibt neun Ratschläge, wie man sein Leben gründlich vermasselst – und lädt den Leser ein, es genau nicht so zu machen:

  1. Verleugne das Gesetz von Ursache und Wirkung
  2. Lass dich von alten Fehlern herunterziehen
  3. Gehe davon aus, dass deine Existenz reiner Zufall ist
  4. Übernimm keinesfalls Verantwortung für dein Handeln
  5. Missachte deine Gaben und Stärken bei der Berufswahl
  6. Lass außer Acht, was die Bibel über Sex und Ehe sagt
  7. Ignoriere Gottes Führung
  8. Kapsle dich völlig ab
  9. Lehne Lebensweisheiten ab

Auf nur 160 Seiten entfaltet Farrar damit ein erstaunlich breites Themenspektrum: von Ängsten und Zweifeln über Reinheit und Berufung bis hin zu Vergebung, Identität und dem Umgang mit der Vergangenheit. Der Schreibstil ist frisch, witzig, direkt – und gleichzeitig tief. Farrar schafft den seltenen Spagat: seelsorgerlich ermutigend und gleichzeitig eindringlich herausfordernd. Er sagt jungen Menschen: Du bist kein Zufall. Du bist kein Unfall. Gott hat dich einzigartig gemacht – und er hat einen Plan für dich.

Leser schreiben: „Habe dieses Buch mit 26 gelesen und wünschte, ich hätte es schon mit 16 lesen können!" Ein anderer: „Habe selbst als alter Mann mit 69 Jahren dieses Buch mit Gewinn gelesen und es direkt mehrfach bestellt, um es an junge Gläubige weiterzugeben." Das sagt eigentlich alles.

Für wen: Jugendliche und junge Erwachsene ab ca. 15 Jahren. Auch ideal als Geschenk von Eltern an heranwachsende Kinder, von Jugendleitern an ihre Gruppen oder als Einstieg in eine Gesprächsreihe über Lebensentscheidungen.

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Was macht Farrars Schreiben so besonders?

Wer alle drei Bücher liest, entdeckt eine unverwechselbare Stimme:

Er ist direkt, ohne hart zu sein. Farrar nennt unbequeme Wahrheiten beim Namen – aber immer mit der Haltung eines Vaters, nicht eines Richters. Man spürt: Dieser Mann schreibt, weil er wirklich will, dass es besser wird.

Er ist biblisch – mit Fleisch und Blut. Bibelverse bei Farrar sind nie Dekoration. Sie sind der Ausgangspunkt – und er zeigt dann, wie sie in echten Biografien sichtbar werden: in biblischen Figuren, in historischen Persönlichkeiten, in alltäglichen Situationen.

Er schreibt für Männer – und trifft sie. In einer Zeit, in der viele christliche Bücher versuchen, möglichst niemanden zu verletzen, schreibt Farrar Bücher, die Männern auf den Zahn fühlen. Das ist kein Zufall – es ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit mit Männern und seiner eigenen Forschung.

Er ist ehrlich über das Scheitern. Farrar idealisiert nicht. Er weiß: Männer scheitern. Väter machen Fehler. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Treue bis ans Ende.

Womit soll ich anfangen?

Bist du Mitte 30 oder älter und fragst dich, wie du deinen Glaubenslauf gut beendest? Dann starte mit „Zielstrebich" – dem Buch, das von vielen als lebensverändernd beschrieben wird. Hast du Söhne und willst wissen, wie du ihnen wirklich ein Vorbild sein kannst? Dann greife zu „Unter Männern". Und wenn du jemanden kennst, der am Anfang seines Erwachsenenlebens steht – oder selbst dort stehst –, dann ist „Wie du dein Leben bis 30 vergeigst" das richtige Buch: ehrlich, humorvoll, tiefgehend und auf den Punkt.

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Alle Titel sind als sofort downloadbare eBooks erhältlich – ideal für das Lesen auf Tablet, E-Reader oder Smartphone. Die deutschen Buchausgaben sind beim Daniel-Verlag erschienen.

Steve Farrar (1949–2022) | Gründer von Men's Leadership Ministries | Promotion am Dallas Theological Seminary | Autor von über 20 Büchern für Männer | Vorträge in mehr als 25 Ländern | Deutsche Ausgaben erschienen beim Daniel-Verlag, Lychen

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